Schnupperstudium für Schülerinnen – Workshop im Verarbeitungslabor des KTP
So werden Plastiktüten hergestellt
Lea Düchting ist 16 Jahre alt, besucht das Michaels-Gymnasium in Paderborn, hat naturwissenschaftliche Leistungskurse im Visier und Lea interessiert sich für Plastiktüten. „Die Herstellung von Plastiktüten wollte ich mir schon immer mal angucken und natürlich stelle ich mir die Frage, ob es gut ist, beim Shoppen für jedes Teil eine neue Plastiktüte zu ordern, oder aber ob es nicht viel sinnvoller ist, eine einzige Tüte so richtig vollzustopfen.“
Plastiktüten im Überfluss gab`s beim Schülerinnen Tag im Institut für Kunststofftechnik. Julia Ehrhardt (18) reiste für den Workshop eigens aus Gütersloh an. Nach dem Workshop im Verarbeitungslabor war den 14 Schülerinnen aus Gymnasien in Paderborn, Büren, Gütersloh und Bielefeld klar: Plastiktüten bestehen aus Polyethylen.
Bevor die Schülerinnen-Gruppe im Verarbeitungslabor an der Blasfolienanlage Fragen über Fragen stellen durfte, erklärte Dipl.Wirt.-Ing. Miriam Sasse, wo Menschen im täglichen Leben mit Kunststoff in Berührung kommen: „Das fängt bei der Zahnbürste an, geht weiter über Getränkeflaschen, Kugelschreiber, Möbel, Kosmetikprodukte und Autoteile, bis hin zum Kühlschrank, der Waschmaschine und dem Kaugummi.“ Die meisten Produkte werden zum Schutz vor Umwelteinflüssen mit Kunststoff verpackt. 74% der hergestellten Verpackungsmaterialien werden für Lebensmittel verwendet. Das hat zur Folge, dass der Weltmarkt mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr für Folien ausgibt.
Dipl.-Ing. Michael Witt erklärte an der Blasfolienanlage im KTP-Verarbeitungslabor, wie Schlauchfolie hergestellt wird. „Der Kunststoff wird zunächst aufgeschmolzen, später tritt er kreisringförmig aus einem Spalt heraus.“ Der so entstandene Schmelzeschlauch wird aufgeblasen, abgezogen und gestreckt. Durch das Luftgebläse wird der Folienschlauch abgekühlt und anschließend direkt aufgewickelt oder zugeschnitten, gefaltet und bedruckt. Michael Witt: „In unserem Verarbeitungslabor können wir mit der Blasfolienanlage Schlauchfolien in verschiedenen Breiten und Dicken und aus unterschiedlichen Materialien und Farben herstellen. Die entstandene Folie kann anschließend zu Tüten, Beuteln, Luftkissen, Abdeckfolie und anderem verarbeitet werden.“ Genau das zeigte er seinen Zuhörerinnen am Schülerinnen-Tag. Julia Ehrhardt resümiert: „Studieren will ich auf jeden Fall. Wer weiß, ob es nicht Maschinenbau mit der Vertiefung Kunststofftechnik in Paderborn wird. Der Workshop hat mir gut gefallen.“


