Juni 2008: Vertragsunterzeichnung zum Aufbau des „Direct Manufacturing Research Center"

KTP ist am „Direct Manufacturing Research Center” (DMRC) beteiligt

Boeing, EOS Electro Optical Systems, Evonik Industries und MCP HEK Tooling haben gemeinsam mit der Universität Paderborn das „Direct Manufacturing Research Center” (DMRC) gegründet. An der Kooperation ist auch das Institut für Kunststofftechnik (KTP) beteiligt.


Vertreter der Unternehmen und der Universität unterzeichneten eine Vereinbarung mit dem Ziel, die Entwicklung von Direct Manufacturing-Prozessen und -Systemen, der automatischen, schichtweisen Herstellung von Bauteilen auf der Basis eines Computermodells, voranzutreiben.





Grundlage der Zusammenarbeit ist die Erfahrung der Industriepartner in der Luft- und Raumfahrt, der Materialherstellung und der Anlagenentwicklung sowie die Forschungskompetenz der Universität Paderborn. Das DMRC soll im Herbst 2008 eröffnet werden.

„Direct Manufacturing hat das Potenzial, Produktionskosten für Bauteile erheblich zu verringern sowie Bauteile mit komplexen Geometrien und erweiterter Funktionalität herzustellen“, so Jeff DeGrange, Chairman des DMRC Konsortiums und Senior Manager für Direct Digital Manufacturing bei der Forschungs- und Entwicklungseinheit von Boeing, Phantom Works.

Das DMRC wird seinen Sitz an der Universität Paderborn haben und auf den Kompetenzen der Universität im Bereich Maschinenbau (z. B. Mechanik, Leichtbau, Partikeltechnik, Kunststofftechnik, Mechatronik) und Chemie (Polymermaterialien, Grenzflächenprozesse) bis hin zur Informatik aufbauen.

Prof. Dr. Volker Schöppner, Institut für Kunststofftechnik, kommentierte: „Für uns ist es eine große Chance und eine große Herausforderung, unser Know-How zukünftig im DMRC einzubringen. Unter anderem die mittelständische Industrie in Ostwestfalen-Lippe wird davon profitieren.“ Auch der Präsident der Uni Paderborn, Prof. Dr. Nikolaus Risch, betonte: „Wir freuen uns sehr, Teil des Konsortiums zu sein. Es eröffnet unseren Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, mehr über die neueste Generation der Direct Manufacturing Technologie zu lernen und unsere Kompetenzen in diesem Zukunftsfeld einbringen zu können.“

Im Gegensatz zu herkömmlichen Frästechniken werden bei Direct Manufacturing-Technologien Bauteile auf Basis eines CAD-Datensatzes (CAD: Computer-Aided Design) automatisch, schichtweise, zum Beispiel mittels Laser, aufgebaut. Die Technologien werden heute bereits in der Prototypenentwicklung eingesetzt und nur in wenigen Fällen in der Produktion kleiner, komplexer Bauteilserien. Voraussetzungen für eine breitere Anwendung in der Serienproduktion sind technische Lösungen im Hinblick auf Qualität und Kontinuität des Produktionsprozesses, Industriestandards, Automatisierung und Produktionsgeschwindigkeit.

Die Industriepartner bringen ihre Kernkompetenzen in die Forschungskooperation ein, um gemeinsam an diesen Herausforderungen zu arbeiten: Boeing definiert Anforderungen aus der Luft- und Raumfahrt an den Produktionsprozess sowie an die Systeme. Evonik Industries produziert polymerbasierte Standardmaterialien sowie speziell auf Direct Manufacturing abgestimmte Materialien. Die Expertise in der Entwicklung von Laser-Sinter- bzw. Laser-Melting-Anlagen für Metalle sowie Polyamide kommt von EOS und MCP HEK Tooling.

Die vier Gründungsunternehmen werden über die Vertragslaufzeit von fünf Jahren insgesamt 2 Mio. Euro in das DMRC investieren, dies entspricht jährlich 100.000 Euro je Unternehmen. Die Universität Paderborn wird zudem 600.000 Euro beitragen. Das DMRC begrüßt ausdrücklich den Beitritt weiterer Industriepartner, um die Bandbreite der Forschung kontinuierlich zu erweitern.

Das Land Nordrhein-Westfalen gab bekannt, dass es 1,4 Mio. Euro investieren wird, um die Ausstattung der Universität Paderborn im Bereich Direct Manufacturing zu verbessern. Mit den Mitteln werden Geräte für das DMRC angeschafft und damit die Grundlagen für Projekte in diesem Forschungsgebiet geschaffen. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt zudem in den nächsten fünf Jahren bis zu 3,4 Mio. Euro für Forschungsprojekte des DMRC zur Verfügung, wenn die industriellen Partner sich mit weiteren Mitteln in gleicher Höhe beteiligen. Die Partner gehen davon aus, dass das Gesamtbudget des DMRC innerhalb von 5 Jahren auf eine Summe von rund 11 Mio. Euro anwachsen wird.

www.dmrc.de















 

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